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Unsere heutige, letzte Fahrradtour für diesen Urlaub, führt uns zuerst zum ev. Stadtfriedhof von Walsrode.
Walsrode - Soldengräber

Der ca. 310 Meter lange und maximal ca. 220 Meter breite Friedhof beherbergt neben den Grabstätten der Anwohner auch die Grabstätten des Klosters Walsrode, Soldengräber aus dem Zweiten Weltkrieg und Gräber von Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern aus der Zeit des Nationalsozialismus.
Walsrode - Soldengräber - a

Walsrode - FriedhofskapelleLaut Internet befinden sich hier 213 Gräber, die in 2 Gräberfeldern unterteilt sind. Das zentrale Element ist ein großes Steinkreuz, das auf einem gemauerten Sockel ruht und mit blühenden Rhododendronbüschen umgeben ist. Dieser Gedenkort sowie die einzelnen Gräber werden vom ⁠Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge gepflegt.

Auf dem Friedhof steht die bereits 1863 fertiggestellte Friedhofskapelle. Diese Kapellen sind in selteneren Fällen vollwertige Kirchen, sie dienen im Allgemeinen speziell den Begräbnisfeierlichkeiten, nicht allgemeinen Gottesdiensten.


Nun starten wir, um alte und neue Streuobstwiesen rund um Walsrode auf dieser Radtour zu entdecken. Es braucht sicherlich schon ein geübtes Auge, um jetzt in dieser Jahreszeit schon die ersten Fruchtansätze auf den Bäumen zu finden, doch wir lassen uns mal überraschen. Wir genießen die Landschaft und folgen dem Apfel-Logo.
Hollige

In Hollige, einem Stadtteil von Walsrode steigen wir erstmals vom Fahrrad. Es ist ein typisch norddeutscher, ländlicher Rastplatz für Fahrradfahrer und Wanderer, an einer dörflichen Straßengabelung. Die Umgebung ist idyllisch und von Natur umgeben, inklusive blühender Rhododendrenbüsche. Der Stadtteil ist bekannt für seinen historischen Ortskern mit alten Fachwerk-, Stall- und Hofanlagen, wie das traditionelle Fachwerkhaus mit einer charakteristischen Dachkonstruktion auf der anderen Straßenseite.
Hollige - Ehrenmal

In der Ortsmitte von Hollige befindet sich unter hohen Bäumen ein von gemauerten Steinpfosten und Kette umfriedeter Platz. Hier steht auf einem Sockel das Ehrenmal für die Kriegstoten beider Weltkriege. Die Spitze des Ehrenmals ziert ein Eisernes Kreuz. Auf drei Metalltafeln sind die Namen der Kriegsopfer aufgelistet.
Hollige -- Dorfgemeinschaftshaus

In Hollige gibt es keine Straßenbezeichnungen, sondern nur Hausnummern, nach denen sich Einwohner, Postboten, Lieferanten und Besucher orientieren müssen.

Ein hölzernes Schild zeigt uns die Richtung des lokalen Dorfgemeinschaftshauses sowie die Hausnummern an dieser Straße.

Das Dorfgemeinschaftshaus ist ein wunderschönes, historisches, rotes Backsteingebäude mit einer romantischen Fassadenbegrünung durch Kletterpflanzen und einem dicht bewachsenen Garten, umgeben von einem schmiedeeisernen Zaun.


Ins Auge fallen uns die mehrteiligen, weißen Sprossenfenster mit Segmentbögen über den Stürzen.
Hollige - Dorfgemeinschaftshaus

Weiter geht unsere Radtour nach Altenboitzen, einem kleinen Dorf mit ca. 370 Einwohnern. Es liegt inmitten von großen Bäumen im Böhmetal. Es ist 2001 im Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" als eines der schönsten Dörfer Niedersachsens ausgezeichnet worden.
Altenboitzen

Wir radeln vorbei an einem Backsteinbau, der als „Cafe am Jordan“ genutzt wird und jeden Sonntag geöffnet ist. Es bietet entspannte Sitzmöglichkeiten im Freien neben dem Café und wird von der Dorfgemeinschaft betrieben.
Altenboitzen - Cafe am Jordan

Es ist ein gastronomisches Angebot in Altenboitzen, wo es zuvor keine Gastronomie gab. Schade, dass wir 3 Stunden zu früh hier vorbei gefahren sind.
Altenboitzen - Hofanlage

Im historischen Altenboitzen treffen wir immer wieder auf prächtige, norddeutsche Fachwerkhäuser mit einer alten Hofanlage, die von großen Bäumen umgeben ist. Die Fassaden kombiniert das dunkle Holzskelett mit typischen roten Backsteinausmauerungen. Die Gebäude besitzen oft an der Giebelseite große Einfahrtstore und kleine Fensterluken, die früher für die Einlagerung von Heu und die Belüftung der Ställe genutzt wurden.
Altenboitzen -- Hofanlage

Ein weiteres historisches Backsteingebäude weist mit einem Schild auf einen Hofladen hin. Die Backsteinfassade zieren Schützenscheiben, Gedenktafeln und eine Inschrift über dem Torbogen. In vielen Regionen in Niedersachsen ist es Brauch, dass der Schützenkönig eines Vereins eine solche Ehrenscheibe an die Fassade seines Hauses oder Hofes nagelt.
Altenboitzen - aViele der traditionellen Fachwerkhäuser mit charakteristischem Krüppelwalmdach reizen uns zu einem Schnappschuss, ganz besonders, wenn sie von einer gepflegten Gartenanlage mit Findlingen umgeben sind.

Altenboitzen - Eulen











Nicht nur schöne Fachwerkhäuser lassen uns das Handy zücken, auch von der Kunst der Kettensägen-Schnitzerei sind wir immer wieder fasziniert. Eulen sind dafür ein sehr beliebtes Motiv.


Der Ortsteil Schneeheide ist die jüngste Ortschaft der Stadt Walsrode, da die Ortschaft erst 1911 wiedergegründet wurde. Erstmalig erwähnt wurde der Name jedoch 1491. Schneeheide hat ein ausgedehntes Straßen- und Wegenetz. Viele Kilometer sind es, die man bei einer Rundfahrt zurücklegen muss und so ist es nicht verwunderlich, dass wir auf gleich 2 schönen Rastplätzen stoßen.
Schneeheide - Rastplatz

Wir haben schon einige Kilometer geradelt und stehen jetzt vor einer Informationstafel mit dem Titel „Uhlenhof-Nr. 45“. Auf dem historischen Bauernhof Baars treffen wir auf eine 5 Hektar große Streuobstwiese, mit einer Vielzahl regionaler, teils alter Obstbaumarten. Auf dem ökologisch bewirtschafteten Areal wachsen rund 300 Obstbäume mit über 80 verschiedenen, meist alten Apfelsorten.
Schneeheide - Informationstafel

Viele der alten Sorten sind auch für Apfel-Allergiker verträglich. Besucher können auf der Anlage die verschiedenen Obstbäume besichtigen und die reifen Früchte genießen. Neben den verschiedenen Apfelsorten sind auch Birnen und Kirschen gepflanzt. Bei dem Hof Baars handelt es sich um einen ökologisch bewirtschafteten Betrieb mit einer eigenen Hofmosterei.
Apfel-Logo

Bei unserer Weiterfahrt treffen wir wieder auf das rote Apfel-Logo, inmitten einer großen Wiesen-Kerbel Staude, einen häufigen Doldenblütler am Wegesrand. Sie ist eine wichtige Nahrungsquelle für Insekten und Kleinsäuger und blüht typischerweise im Frühling und Frühsommer.

Die Naturschutzstiftung Heidekreis hat in den vergangenen Jahren einige Streuobstwiesen im Heidekreis angelegt. Dazu kommen bereits vorhandene Bestände mit älteren Bäumen.
Heidekreis - Streuobstwiese

Nahe des Glockenblumenwegs befindet sich eine weitere, frei zugängige Streuobstwiese. Sie sind seit jeher charakteristische Merkmale der bäuerlichen Kulturlandschaft. Sie bereichern die Feldfluren und gliedern auf angenehme Weise die Landschaft. Hier stehen teilweise noch sehr junge Obstbäume, die an einem Stützpfosten festgebunden wurden, um ein gerades Wachstum zu gewährleisten.
Heidekreis - Kirschen
Die Bäume tragen bereits Laub und kleine Früchte. Auch die älteren Apfelbäume zeigen junge, unreife Äpfel an ihren Zweigen.
Um sie vom Baum zu Pflücken und zu Kosten müssen sie aber noch einige Monate wachsen und Reifen.

Nur die jungen Kirschen an den Ästen befinden sich in einer frühen Reifephase, in der sie ihre Farbe von Grün zu Rot ändern.

Der Baum zeigt typische Merkmale einer Süßkirsche, die im Juni oder Juli geerntet werden kann.

An einigen der Bäume hängen auch Sortenbeschilderungen, so z.B. die Apfelsorte Berlepsch, eine traditionelle Sorte, die für ihren säuerlich, würzigen Geschmack bekannt ist.
Heidekreis -- Streuobstwiese

Die Streuobstwiese wird mit einigen Sträuchern des gewöhnlichen Schneeballs eingefasst. Es ist ein heimischer, robuster und anspruchsloser Strauch, der etwa 2 bis 4 Meter hoch werden kann. Die Pflanze hat weiße, tellerförmige Blütenstände im Frühling und lockert damit die grüne Bepflanzung auf.
Weltvogelpark - Fußgängerbrücke

Mit der charakteristischen Fußgängerbrücke am Eingang des Weltvogelparks Walsrode sind wir wieder auf bekanntem Terrain. Die Brücke ermöglicht Besuchern den Zugang vom Parkplatz direkt zum Haupteingang des Parks. Haben wir in der vergangenen Woche bei unserem Besuch einen relativ leeren Parkplatz vorgefunden, waren heute – am Pfingstsonntag – fast alle Plätze belegt und auch Unmengen von Reisebusse warteten auf die Rückkehr ihrer Fahrgäste.
Böhmeufer

Unweit des Weltvogelpark Walsrode treffen wir auf das Böhmeufer. Es ist ein beliebter Ausgangspunkt für Wanderungen in das Naturschutzgebiet Lohheide. Das Gebiet bietet 4 gekennzeichnete Rundwanderwege, Heideflächen und archäologische Hügelgräber.
Honerdingen - Rastplatz
Waren wir heute Morgen an einem Café zeitlich zu früh angekommen, sind wir in Honerdingen zu spät für ein Mittagessen in einem Lokal. Auf dem Lande gibt es leider noch keine Restaurants, die durchgehend geöffnet haben. Doch am Ortsrand fanden wir eine malerische Raststation im Grünen mit rustikalen Holzmöbeln, die zu einer Pause einlud. Unter großen Bäumen, geschützt vor Sonne und Hitze wurde noch unsere zur Sicherheit mitgenommene Verpflegung verspeist, bevor es wieder zurück zu unserer Ferienwohnung ging.

Abends gab es noch ein letztes Mal ein leckeres Spargelgericht im Ortskern von Walsrode und damit ging auch unser letzter Urlaubstag zu Ende. Am Pfingstmontag ging es ohne nennenswerte Staus zügig zurück nach Hause. Es waren schöne, sonnige Tage, ausgefüllt mit vielen erfreulichen Dingen.

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