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Bad Fallingbostel
Nach unserer gestrigen Fahrradtour fahren wir heute mit dem Auto in das 7 ½ Kilometer entfernte Bad Fallingbostel zu einem Stadtbummel. Der staatlich anerkannte Luftkurort und das Kneippheilbad liegen inmitten beeindruckender Natur. Für unseren Rundgang stellen wir das Auto am Rande des Lithwaldes ab und gehen in die Innenstadt.
Auf der Brücke, die über die Böhme führt, blicken wir hinunter auf den Fluss mit seinen Fischtreppen. Es ist ein künstlich angelegtes Bauwerk aus Steinen, die den Fischen ermöglicht, die Barrieren im Fluss zu überwinden.
An der Böhme liegt der Kurpark von Bad Fallingbostels, den wir von der Straße aus sehen. Die Anlage wirkt mit Stauden und Blumenbeeten sehr gepflegt. Einen ausgiebigen Spaziergang heben wir uns aber für später auf.
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Ortsbildprägend und weithin sichtbar auf einer Anhöhe liegt die St.-Dionysius-Kirche. Sie trägt den Namen des Heiligen Dionysius, der im 3. Jahrhundert n. Chr. Zur Missionierung nach Paris entsandt wurde und dort den Märtyrertod fand. Nach einem Brand der Vorgängerkirche wurde die heutige Kirche in den Jahren 1829/30 erbaut. Der Turm wurde aus finanziellen Gründen erst im Jahre 1904 angefügt.
Die beiden markanten Eisenglocken auf dem Vorplatz der Kirche wurden 1923 gegossen. Sie ersetzten eine im Ersten Weltkrieg (1917) zu Rüstungszwecken eingeschmolzene Bronzeglocke. Seit die Kirche 1982 neue Bronzeglocken erhielt, stellte man die historischen Eisenglocken als Denkmal vor dem Turmeingang auf. Auf ihnen befinden sich neben der Angabe des Gussjahres 1923 die aussagekräftigen und auf den Verbleib der früheren Glocken im Ersten Weltkrieg anspielenden Inschriften: „Dem großen Kriege fiel zur Beute der alten Glocken schön Geläute – Nun wollen wir hier neu erklingen als Gottes Ruf ins Herz euch dringen“.

Direkt an den Stufen zur historischen St.-Dionysius-Kirche steht das Denkmal für Heinrich von Quintus-Icilius, einem deutschen Verwaltungsjuristen und Politiker.
Er gründete 1838 im Amt Fallingbostel eine der ersten Sparkassen im ländlichen Raum des Königreichs Hannover (die heutige Kreissparkasse). Zudem vertrat er die Region 1848 in der Frankfurter Nationalversammlung.
Die neugotische Sandstein-Stele umschließt die lebensgroße Statue der historischen Persönlichkeit.

Das Rathaus von Bad Fallingbostel ist ein modernes Gebäude mit einem Turm aus Glas und weißem Mauerwerk. Der 1989 eingeweihte Rathausturm zeichnet sich durch seine markante, pyramidenartig abgestufte Glasarchitektur aus. Direkt unterhalb der Turmuhr ist ein weithin bekanntes Glockenspiel mit mehreren kleinen Bronzeglocken angebracht, das mehrmals täglich automatische Melodien spielt. Das Glockenspiel, das aus 25 Bronzeglocken besteht, hat ein Liederrepertoire von 100 Lieder – darunter das lokal bekannte Lied „Mein Fallingbostel“. Anlässlich der Sanierung des Rathausturms im Jahr 2002 wurden die Glocken durch Mitarbeiter der Stadtwerke Leer in die Mitte des Turms versetzt, um die Akustik zu verbessern.

Im Innenhof des Rathauses steht die Skulptur „Gemeinsam“. Sie wurde von der Künstlerin Andrea Anderseck aus Basalt geschaffen und im Jahr 2015 aufgestellt. Sie ist Teil des Skulpturenwegs „Böhme schafft Kunst“ in Bad Fallingbostel.

Eine bunte Tukan-Skulptur steht in einer Eingangshalle gegenüber dem Rathaus. Die auffällige Statue ist Teil des touristischen Marketings der Vogelpark-Region. Sie ist ein beliebtes Fotomotiv und dient als bunter Wegweiser.

Eingerahmt mit Außenmöbeln eines Cafés steht ein quadratischer Steinbrunnen mit mehreren Wasserspielen. Der Steinbrunnen befindet sich in der Fußgängerzone der Vogteistraße – direkt gegenüber dem dortigen Glockenspiel und der St.-Dionysius-Kirche.

Von hier gehen wir in die Grünanlage „Osterberg“, um uns den Megalithpark anzusehen, der von der Archäologischen Arbeitsgemeinschaft eingerichtet wurde.
Große Gesteinsblöcke haben Gletscher von Skandinavien zusammen mit unvorstellbaren Mengen von Kies, Sand und Ton vor 200.000 Jahren nach Norddeutschland transportiert. Diese Blöcke sind Zeugen eines erdgeschichtlichen Vorgangs.
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Ausgestellt werden aber auch Findlinge, die Bearbeitungsspuren zeigen. Seit der Mensch sesshaft wurde, benutzte er zunehmend Findlinge als Baumaterial. Die präsentierten Kultsteine werden überwiegend der Bronzezeit zugeordnet.
Auch zwei Mausoleen befinden sich auf dieser Grünanlage, die 2015/16 umfangreich saniert wurden. Die markanten Mausoleen wurden passend zur Umgebung aus eiszeitlichen Findlingen errichtet.
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Es sind würdige Ruhestätten für 2 berühmte Persönlichkeiten. – Heinrich von Quintus-Icillius, ein bekannter deutscher Verwaltungsjurist, Politiker und Gründer einer der ersten ländlichen Sparkassen sowie Friedrich Schmidt, ein enger Freund von Quintus-Icillius und angesehener Bürger des 19. Jahrhunderts. Beide waren Abgeordnete in der Nationalversammlung von 1848 in Frankfurt am Main.
 Auch ein historisches Kriegerdenkmal, hier in der Grünanlage, erinnert an die Gefallenen des Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71.
Das aus Sandstein gefertigte Denkmal wurde im Jahr 1882 errichtet und zeigt einen hohen Obelisken auf einem verzierten Sockel. Die Inschrift würdigt die Soldaten aus dem Amt Fallingbostel, die im Kampf für das Vaterland ihr Leben ließen.

Unser Stadtrundgang führt uns nun zum Sebastian-Kneipp-Platz. Hier steht die Skulptur „Sitzender Mann“. Die Skulptur ist auch unter dem Titel „Ich kann nicht mehr“ bekannt. Das Werk wurde 2013 von Dirk Cherouny aus einem Eichenstamm aus der Lieth – einem nahegelegenen Waldgebiet – gefertigt. Sie steht in einem Gartenbereich nahe einem Teich.
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Unser Weg geht nun am Kurhaus, Festsaal, Tourist-Information und Stadtbücherei von Bad Fallingbostel vorbei. Es ist ein Gebäudekomplex, der derzeit aufgrund technischer Mängel und notwendiger Sanierungen im Fokus kommunalpolitischer Diskussionen steht. Der reguläre Betrieb (inklusive des Veranstaltungsortes und des Restaurants „Potpourri“) wurde zum 31. Dezember 2024 beendet und die Räume sind verweist. Wieder zu Hause habe ich im Internet gelesen „der Bauausschuss der Stadt hat Mitte Juni 2026 den kompletten Rückbau (Abriss) des über 60 Jahre alten Komplexes empfohlen“.
 Vor dem Gebäudekomplex erinnert ein Gedenkstein an Sebastian Kneipp, der als „Lehrer der Wasserheilkunde“ bekannt ist. Der Stein befindet sich in einer Grünanlage, umgeben von blühenden Rhododendren. Auf dem Gedenkstein ist eine bekannte Inschrift eingemeißelt, die dem berühmten Naturheilkundler gewidmet ist. „Ich will, dass meine Lehre allen Menschen zuteil werde“.

Bevor wir entlang der Böhme und in den Kurpark gehen wollen, machen wir eine Pause im Eis-Café Zio Seba.
Es liegt zentral direkt gegenüber dem Rathaus und der evangelischen Kirche (St. Dionysius) im Herzen der Stadt. Eine umfangreiche Eiskarte sowie Waffeln und Kaffeespezialitäten lockten uns in die Außengastronomie.
Nach einer kleinen Auszeit geht es für uns in den Kurpark auf der Mühleninsel. Er ist eine grüne Oase mitten in der Stadt, mit einem Sebastian Kneipp „Kräutergarten“. IM Jahr 1951 wurde der Kneipp-Verein gegründet. Bereits drei Jahre später wurde der Ort vom Deutschen Bäderverband zum Kneipp-Kurort ernannt.
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Der Kneipp-Kräutergarten ist liebevoll als „was blüht und duftet denn da?“ angelegt. Man kann dort zahlreiche Heil- und Küchenpflanzen nach der traditionellen Kneipp-Lehre entdecken. Der Garten ist Teil eines ganzheitlichen Kneipp-Erlebnisses, das die Kurstadt zu bieten hat. Romantisch am Ufer der Böhme gelegen findet man Entspannung in der Natur.
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Direkt am Wasser der Böhme steht die Skulptur „Fischtreppe“, der Künstlerin Andrea Anderseck. Die metallische Skulptur wurde 2013 aufgestellt und ist Teil des Skulpturenweges „Böhme schafft Kunst“.
Wir überqueren die Dittmer Brücke im Kurpark. Sie führt direkt über das Flüsschen Böhme und dient als Liebesbrücke, auf der Paare symbolisch Vorhängeschlösser angebracht haben.
Die Schlösser dienen als sichtbares Zeichen für ewige Treue und Liebe. Oft werfen Paare den Schlüssel nach dem Verschließen des Schlosses in das darunterliegende Gewässer.
Ab hier führt der Skulpturenweg an grünen Rasenflächen vorbei. Viele Bänke stehen hier, wo man sich ausruhen und die Ruhe genießen sowie die einzelnen Skulpturen bestaunen kann.

Die blaue Metallskulptur heißt „Wassermusik“ und wurde 2013 von Hans Germer geschaffen und gehört zum Skulpturenweg.

Die Skulptur „Widderkopf“ “ aus pulverbeschichtetem Stahl ist ein bewegendes Denkmal, das im März 2019 enthüllt wurde. Er ist eingebunden in ein metallenes Geflecht, das an ein Spinnennetz erinnert. Die Skulptur erinnert an den 2018 verstorbenen Roger zum Felde. Es gilt als das weltweit erste Denkmal für die seltene Krankheit FOP (Fibrodysplasia ossificans progressiva), an der Roger zum Felde litt.
Der „Widderkopf“ steht auf einem Naturstein mit der Inschrift „Held – Freund - Kämpfer“.
Die Skulptur „Aufbruch zu neuen Ufern“ (oft auch als „Aufbruch zu anderen Ufern“ bezeichnet) ist ein Werk aus dem Jahr 2015 von der Künstlerin Kordula Nagel-Helmer. Sie besteht aus Ytong und befindet sich am Bachlauf der Böhme.
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Die Skulptur "Knospen" ist ein markantes Kunstwerk aus Ton, welches ebenfalls von der Künstlerin Kordula Nagel-Helmer stammt. Der Skulpturenweg „Böhme schafft Kunst“ erstreckt sich durch das Stadtgebiet und vereint verschiedene Kunstwerke, die einen direkten Bezug zur malerischen Landschaft der Böhme haben.
Der weitläufige Kurpark hat auch eine Anbindung zum Liethwald. Hier steht der „Hof der Heidmark“. Es ist ein historisches Freilichtmuseum am Ortsrand von Bad Fallingbostel. Die Anlage besteht aus mehreren Fachwerkgebäuden, darunter ein Haus aus dem Jahr 1642 und alte Treppenspeicher, die als Gedenkstätte für geräumte Orte dienen.
Der „Hof der Heidmark“ erinnert an 21 Orte in der Ostheidmark, die Mitte der dreißiger Jahre des vorigen Jahrhunderts für die Anlegung des Truppenübungsplatzes Bergen geräumt werden mussten.
Zum Schluss unseres Stadtbummels machen wir noch einen Abstecher zum Archäol.-Geol.-Museum. Es ist ein Museum mit prähistorischer, historischer und geologischer Abteilung.
Seit 2001 unterhält die Archäologische Arbeitsgemeinschaft e.V. im ehemaligen Forsthaus aus dem 17. Jahrhundert - dem ältesten Wohngebäude in Bad Fallingbostel - diese Ausstellung. Die archäologischen Funde stammen ausschließlich aus dem Gebiet des Heidekreises, darunter Exponate aus der Stein-, Brinze- und Eisenzeit. Neben dem Gebäude befindet sich ein nachgebildetes Großsteingrab, das auf die prähistorische Abteilung des Museums hinweist.
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