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Letzte kleine Fahrradtour
Der Tag beginnt heute wieder mit viel Sonnenschein und hohen Temperaturen. Darum setzen wir uns, statt einen Bummel entlang des Wattenmeers lieber aufs Fahrrad, da bekommen wir wenigstens eine leichte Brise vom Fahrtwind.
Sind wir gestern bereits am Fährhafen entlang geradelt, zieht es uns heute Morgen in die Hafenein-/Ausfahrt von Norddeich. Wir sind nicht die einzigen Radler, die hier an der Außenmole stehen und den Schiffsverkehr beobachten. Während unseres Aufenthaltes verlässt die kombinierte Passagier- und Autofähre Frisia I den Hafen von Norddeich in Richtung Norderney. Das Schiff wurde 1970 in Dienst gestellt und gehört zu den traditionellen Einheiten der Frisia-Flotte. Die Frisia ist ein bewährter Inselversorger, der Platz für rund 800 Passagier und 52 Fahrzeuge bietet.
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Es ist ein Kommen und Gehen, denn einige Minuten später läuft die Frisia IV, von der Insel Norderney kommend, den Hafen am Norddeich Pier an. Die Fähre wurde in den Jahren 2001 bis 2002 auf der Cassens-Werft in Emden gebaut. Die Reederei besitzt insgesamt zwölf Schiffe (bestehend aus Fähr-, Fahrgast- und Frachtschiffen), wovon rund sieben moderne Fährschiffe als weiße Flotte direkt im regelmäßigen Linienverkehr zu den Inseln Norderney und Juist eingesetzt werden. Die Schiffe tragen traditionell den Namen Frisia mit römischen Ziffern, wie hier die Frisia IV.
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Wer kein Auto mit nach Norderney nimmt und schneller auf die Insel fahren möchte, kann mit dem vollelektrischen Katamaran Frisia E übersetzen. Der Katamaran bietet Platz für bis zu 150 Fahrgäste. Es handelt sich um das erste rein batterieelektrisch angetriebene Seeschiff unter deutscher Flagge, das Passagiere emissionsfrei zwischen Norddeich und Norderney befördert. Im Hafen von Norddeich wird der Akku in nur ca. 28 Minuten wieder aufgeladen. Die Fahrt dauert nur 30 Minuten – halb so lang wie die normale Fähre.
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Wir fahren auf einem gepflasterten Fahrradweg in Richtung Yachthafen zurück. Eine Bank direkt unter dem Restaurant Essen & Meer im Skipperhuus lädt uns zu einer freien Sicht auf das Wasser und den Hafen ein. Auch wenn man nicht mit der Fähre nach Juist oder Norderney möchte, ist ein Abstecher im und um den Hafen immer interessant, denn man selbst sitzt entspannt und schaut dem Treiben zu. Doch schnell wird es uns in der Sonne zu warm und wir fahren mit Blick auf den Yachthafen weiter zum Kutterhafen.
Die traditionellen Krabbenkutter oder Fischtrawler erkennt man am markanten, gelben Auslegerbaum, zum Herablassen der Netze. Der Kutterhafen Norddeich ist der östliche Teil des Norddeicher Hafens, an dem traditionelle ostfriesische Krabbenkutter anlegen. Er ist ein beliebter, maritimer Anziehungspunkt direkt neben den großen Fähranlegern.
Unsere Fahrradtour führt uns entlang der Küste, vorbei an einem Vogelbeobachtungspunkt und weiter geht unser Blick vom Deich auf typische norddeutsche Polderflächen. Es sind flache, weite Marschlandschaften hinter künstlichen Schutzwällen, die durch Gräben, Wiesen und alte Entwässerungsanlagen geprägt sind. Die Felder und Wiesen liegen oft unter dem normalen Wasserstand des Meeres.
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 Uns zieht es nun zum Bahnkolk, welches seit dem 3. Juli 1987 ein geschütztes, flächenhaftes Naturdenkmal in Norddeich ist.
Es ist ein durch Sturmfluten entstandenes Wasserloch (Kolk) nordöstlich der Molenstraße. Seinen Namen hat er infolge seiner unmittelbaren Lage an der Bahnstrecke Rheine-Norddeich Mole zu verdanken, für deren angrenzenden Bahndamm hier Erdaushub entnommen wurde.
Der von Bäumen umgebene künstliche Weiher gilt unter Anglern als ruhiges, wenn auch selten befischtes Top-Gewässer.
Das Gebiet ist nach Ansicht des Landkreises wertvoll für angepasste Tier- und Pflanzenarten. Zudem wirkt es belebend auf das Landschaftsbild und stellt einen Bezug zur Geschichte des Ortes dar.
Rund um das Naturdenkmal und die angrenzenden Straßen hat sich eine ruhige, aber zentrale Urlaubsregion entwickelt.
Rund um die Molenstraße und den Ortskern gibt es mehrere kleinere, unbenannte Wasserlöcher und Teiche. Die Häuser, die rechtsseitig auf der Kolkstraße gebaut wurden, liegen tatsächlich direkt an einem kleinen Gewässer, das dort als See, Teich oder eben lokal als Kolk bezeichnet wird.
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Mehre Anwohner und Unterkünfte beschreiben die Lage als direkt an einem kleinen See bzw. Kolk mit Seeblick oder Liegewiese gelegen. Die Straße ist eine ruhige Wohn- und Sackgasse, auf der auch wir – jedoch auf der linken Straßenseite – eine Ferienwohnung gebucht hatten.
Bevor wir der Hitze ( 36 Grad) entfliehen wollen, gönnen wir uns noch eine Mittagspause. Bei einem Eis und einem Früchte-Quark-Becher ließ sich die sengende Sonne so gerade noch ertragen.
Bevor wir zurück in unserer Ferienwohnung fahren, führt uns unsere Fahrradtour an der ev.-luth. Kirchengemeinde Norddeich „Die Arche“ vorbei. Der Wunsch nach einem Zentrum für die Kurseelsorge hatte Mitte der 1970er Jahre auch den Ausschlag für den Bau des Gemeindehauses in Norddeich gegeben. Die einheimische Bevölkerung nahm die „Arche“ zunächst als Urlauberkirche wahr; Trauungen fanden bis Mitte der 1990er Jahre noch regelmäßig in der Norder Luderikirche statt.

Seit 1978 fanden während der Sommermonate auch kath. Gottesdienste in der Arche statt und seit der zweiten Hälfte der 1990er Jahre ist die Urlauberseelsorge ökumenisch geprägt.
Es ist eine lebendige Gemeinde. Sie zeichnet sich besonders durch die Betreuung einer kleineren einheimischen Wintergemeinde und einer großen, wechselnden Gemeinde aus Urlaubern im Sommer aus.
Es ist schon 20 Uhr, als wir heute hinunter zum Strand gehen. Selbst jetzt geht noch kein kühles Lüftchen. An den Treppen und der neuen Wasserkante haben sich viele Urlauber eingefunden, die nicht nur auf den Sonnenuntergang warten, sondern auch auf das nächste Hochwasser (Flut), das jetzt am Abend aufläuft und die Küste flutet.
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Die Treppen an der Wasserkante bieten bereits einen schönen Einstieg in das gerade knietiefe Wasser und so stehen viele bereits im Wasser und die Kinder tollen oder schwimmen im Wasser. Bei normalem Hochwasser bedeckt die Flut die Stufen der Uferbefestigungen und Treppen an der Wasserkante teilweise oder vollständig, je nach aktuellem Wasserstand und Windlage.
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Haben wir uns erst eine der Bänke an der Uferpromenade mit einem steinigen Küstenstreifen, der flach in das Wattenmeer abfällt, ausgesucht, merken wir schnell, dass hier die Mücken das Sagen hatten und darum so einige Bänke schnell wieder geräumt wurden – auch von uns. Unser Weg führt uns wieder zurück zu den Ufertreppen, wo regelmäßig kleine Events wie musikalische Begleitungen zum Sonnenuntergang stattfinden. Heute gab es „Sunddowner am Wattfenster mit der Band MAJA“. Live-Musik zum Zuhören, Genießen oder Mittanzen.
Bei entspannter Atmosphäre, guter Musik und einen wunderschönen Sonnenuntergang, der den gesamten Horizont in knallige Farben getaucht hat, lassen wir den heißen Tag am Meer ausklingen und gleichzeitig auch unsere Urlaubswoche.
Nachsatz!
Eine historische Hitzewelle traf Deutschland und die Nordseeregion in der zweiten Hälfte des Juni 2026. An der deutschen Nordseeküste wurden nicht nur Spitzenwerte gemessen, sondern sogar Allzeitrekorde gebrochen. Auch die Meeresoberfläche der Nordsee zeigte das zweitwärmste Ergebnis seit Messbeginn 1970 an. Diese Hitzewelle machte uns in diesem Urlaub sehr zu schaffen, da nach der Tageshitze die nächtliche Abkühlung ausblieb.
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