|
Norddeich
In Norddeich, einem Ortsteil der Stadt Norden, fanden wir im Inselhaus für 1 Woche eine Ferienwohnung. Das Haus verfügt über insgesamt sechs Ferienwohnungen, jeweils drei im Erdgeschoss und drei im Obergeschoss. Der Schlüssel unserer Ferienwohnung befand sich bei unserer Anreise in einem Schlüsseltresor, dessen Code wir bereits vor unserer Anreise mitgeteilt bekamen.
Unsere Ferienwohnung „Spiekeroog“ befand sich im Obergeschoss. Sie war erreichbar über eine Außentreppe die zu unserem Balkon führte und gleichzeitig der separate Eingang zu unserer Ferienwohnung darstellte. Der Balkon verfügte über zwei Klappsessel mit Auflage, einem Balkontisch sowie einem großen Sonnenschirm.
Die Ferienwohnung war mit viel Liebe zum Detail eingerichtet und bot beste Voraussetzungen für einen erholsamen Aufenthalt an der Nordsee. Vor dem Haus stand uns ein ausgeschilderter Parkplatz zur Verfügung und unsere Fahrräder standen im Innenhof unter einem Abdach.
Das Haus lag in einer ruhigen Sackgasse und dennoch äußerst zentral. Die beliebte Norddeicher Straße, die zwar keine Fußgängerzone ist, sondern Fahrradstraße, mit ihren vielfältigen Restaurants, Cafés und Geschäften sowie eine „Lieblingsbank“ befindet sich nur etwa 50 Meter entfernt, während der Deich und die Nordsee in rund 500 Metern fußläufig erreichbar sind.
Zum Flanieren bietet sich jedoch die Kur- und Strandpromenade mit Blick auf das UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer an. Gleich nach unserer Ankunft spüren wir die frische Seeluft, die über „Das Deck“ der maritimen Nationalparkpromenade streicht.
Die Strandpromenade in Norddeich, auch bekannt als „Das Deck“, erstreckt sich als knapp zwei Kilometer lange, barrierefreie Promenade, von denen Treppenanlagen und Wege direkt ins Meer oder ins Watt führen.
Norddeich hat einen knapp 400 Meter langen, feinen Sandstrand, der direkt an eine Dünenlandschaft und die neue Wasserkante grenzt. Anders als auf den Inseln liegt der Sandstrand hinter dem Deich und ist durch eine Promenade vom Wasser getrennt, sodass man praktisch an der Wasserkante flaniert und für die Gäste im Strandkorb ein Art Laufsteg darstellt. Erst danach gibt es einen Blick aufs Meer – wenn es dann mal da ist.
Doch stehen auch Strandkörbe auf Rasenflächen an der Strandpromenade, so kann man den Platz gezielt nach den eigenen Vorlieben auswählen. Der Strand in Norddeich teilt sich offiziell in einen Badestrand, einen Sportstrand und einen Hundestrand.
Entlang der Promenade, besonders am Haus des Gastes (blaue Brücke) findet man Cafés und SB-Restaurants. Direkt an der Strandpromenade, auf dem künstlich gestalteten Strandabschnitt „Das Deck“ steht die mobile Container-Strandbar „Watt N`Blick“.
Das gastronomische Konzept wurde von zwei Jungunternehmern ins Leben gerufen, um direkt im Deichvorland kühle Getränke, Kaffee-Spezialitäten und kleine Snacks anzubieten. Die davor liegenden weitläufigen Treppenanlagen und die einzelnen Sitzsteine sind Teil der neu gestalteten, barrierefreien Nationalparkpromenade. Sie sind aus einer widerstandsfähigen, sandsteinfarbenen Betonstruktur gefertigt.
Aufgrund der Hitze daheim brauchten wir dringend Seeluft, hier jedoch brauchte unser Körper ein Fischbrötchen. Ein knackiges Brötchen, saftiger Fisch, leckere Remoulade und ein frisches Salatblatt – fertig ist das perfekte Fischbrötchen und dabei der Blick aufs Meer – Urlaub kann so schön sein. Auch wenn man die Spezialität heute ganzjährig bekommt: Die Saison für Matjes beginnt im Juni.
Gut gestärkt setzen wir unsere Erkundungen am Strand von Norddeich fort. Direkt am Haus des Gastes befindet sich ein Aussichtsturm mit einer blauen Brücke als Zugang.
Das blaue, metallene Bauwerk dient als beliebter Aussichtsturm und Deichübergang. Die Brücke ist bekannt für ihre zahlreichen Liebesschlösser, die als Symbol für Liebe und Freundschaft an den Geländern befestigt werden. Die Brücke ist mit einer Vielzahl von bunten und unterschiedlich gestalteten Vorhängeschlössern geschmückt.
Über wendelartige Treppenstufen erreicht man den Aussichtsturm. Wat`ne Aussicht: Der Panoramablick geht über den Norddeicher Sandstrand und hinaus auf das Wattenmeer, bis hinüber zu den vorgelagerten Nordseeinseln Juist und Norderney.
Zusätzlich der schönen Aussicht kommt man den Möwen sehr nahe, denn hier ist ein bekannter Hotspot für Küstenvögel. Während die Tiere beim Spaziergang schöne Fotomotive abgeben, sind sie für ihre Dreistigkeit berüchtigt. Wenn man beim Verzehr von Fischbrötchen nicht aufpasst, schnappen die Möwen blitzschnell zu.
Den Ausruf Achtung!! Möwen im Anflug! Haben wir an der Promenade des Öfteren gehört und so manches Eis oder Fischbrötchen wurde plötzlich von einer Möwe aus der Hand geschnappt!
Die Promenade trennt Strand und Hafenbereich. Im Fischereihafen von Norddeich ist ein wichtiger Versorgungshafen für die Ostfriesischen Inseln Norderney und Juist. Im Hafen liegen mehrere traditionelle Fischkutter, oft Krabbenkutter genannt, die für die Fischerei in der Nordsee genutzt werden. Sie haben bei unserem Spaziergang an den hölzernen und metallenen Dalben (Pfählen) festgemacht.
 |
Die Anna, ein 1997 gebauter Muschelkutter der Niedersächsischen Muschelfischer GmbH sticht uns ins Auge. Er hat eine Länge von 35 Metern, eine Breite von 9 Metern und eine Ladekapazität von 120 Tonnen. Die Anna wird u.a. genutzt, um Muscheln von Zuchtgrundstücken im Wattenmeer zu transportieren, Die Besatzung dieses Muschelschiffs besteht typischerweise aus drei Personen, Der Hafen ist bekannt für seine Fischereiflotte und dem angrenzenden Yachthafen des Segelclubs. Es ist ein wirklich sehr schöner Hafen, dort kann man rundherum spazieren gehen, Schiffe beobachten wie sie an- und ablegen oder einfach nur auf das Wasser schauen.
 |
Die Gedenkstätte „Meeresblick“ liegt in einer beeindruckenden Lage oberhalb des Norddeicher Hafen. Es ist ein einzigartiger Ort, der den Menschen einen Platz zum Innehalten und Gedenken bietet und ein wichtiger Anlaufpunkt für Angehörige und Freunde, die Verstorbene ehren möchten, die durch eine Seebestattung ihre letzte Ruhe gefunden haben. Ein herausragendes Element der Gedenkstätte Norddeich ist ihre Form, die einem Schiffsheck nachempfunden ist. Sie symbolisiert die letzte Reise der Verstorbenen, die in der Nordsee ihre letzte Ruhe gefunden haben.
Der freie Blick auf das Meer lädt dazu ein, über das Leben und den Tod nachzudenken und die Verbundenheit zwischen Mensch und Natur zu spüren. Im Juni 2015 wurde auf Initiative von Kapitän Henk Stoppels die Stele „Meeresblick“ eröffnet. Die Gedenkstätte besteht aus einer Granit-Stele, auf der Plaketten mit den Daten der Verstorbenen angebracht sind. Davor steht eine weiße Granitbank, um auch längeren Erinnerungen einen Platz zu bieten.
 |
Der Kurpark in Norddeich – auch Seekurgarten genannt – ist eine schöne Grünanlage, die zum Flanieren und Verweilen einlädt. Der sogenannte „Klimapavillon“ lädt seit 2011 inmitten des Kurparks auf einer Rasenmitte mit seinen Holzliegen zu einer Frischluft-Liegetherapie, geschütztes Liegen im Schatten zum Entspannen oder zur Heliotherapie, dosiertes Sonnen ein. Das wichtigste Element des Klimapavillons neben den Liegemöglichkeiten ist jedoch die Funktion als Stützpunkt, denn von hier aus werden die Terrain-Kurwegswanderungen gestartet und wieder beendet. Auf diese Weise kann eine Ruhephase direkt auf eine Bewegung folgen.
 |
Ferner verfügt der Kurpark über eine idyllische Teichanlage mit altem Baumbestand der zum Spazierengehen einlädt. Entspannt kann man die Natur auch auf den Bänken am Wegesrand genießen und dabei die Wasservögel beobachten.

Woher? Wohin?“ ist eine Skulptur, die im Kurpark, unweit des Klimapavillons steht.
Der Name symbolisiert als philosophisches Leitmotiv die maritime Bewegung, das Ankommen und das Aufbrechen an der Küste.
Der Künstler hinter dieser Arbeit ist der deutsche Bildhauer und Maler Detlef Guhl, der unter dem Künstlernamen „De Hahn“ bekannt ist, da er seine Werke mit seinem Pseudonym signiert.
nach oben
zurück zu Reiseberichte - Übersicht.
|