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Herceg Novi - Mai 1977

In diesem Jahr geht es für uns das erstemal mit dem Flugzeug in den Urlaub. 3 Wochen Auszeit bei Sommer, Sonne, Sonnenschein. Jugoslawien bietet schon Anfang Mai ein mediterranes Klima. Herceg Novi, ein Ort an der Adria, am Eingang der Bucht von Kontor, hatten wir uns für diesen Urlaub ausgesucht.

Herceg Novi 1Unser erster Flug startet vom Düsseldorfer Flughafen in Richtung Dubrovnik und mit dem Shuttlebus fahren wir weiter zu unserem Hotel.
Das Hotel Topla, bestehend aus mehreren kleinen Häusern sowie Speisesaal, lag idyllisch direkt am Meer. Vom Garten führten einige Treppen zum Strandweg, den wir überqueren mussten und wir waren direkt am Wasser.

Das Hotel hatte keinen Sandstrand. Die Piers zum Sonnenbaden in Herceg Novi bestehen hauptsächlich aus Beton. Diese Steinplateaus, die sich vor den jeweiligen Hotels befinden, sind mit gratis Liegestühlen und Sonnenschirmen ausgestattet. Leitern führen von den Piers in das glasklare tiefe Wasser.

Viele Stunden saßen wir auf unseren Sonnenliegen, schauten übers Meer und hörten das Rauschen der Wellen.

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Für Abwechslung sorgte ein nahegelegener Felsen im Meer. Da die Männer unserer gemütlichen Urlaubsrunde gerne mal einen Adrenalinkick suchten, war dies die richtige Stelle, um von dem Felsen in Wasser zu springen.

Herceg Novi 3Eine weitere sportliche Unterhaltung bot das Hotel jedem Gast 1 x die Woche mit einem Gutschein für eine Wasserskirunde.

Da wir Frauen darauf verzichteten und auch einige andere Hotelgäste den sportlichen Männern ihre Gutscheine zur Verfügung stellten, erhielten die Männer eine abwechslungsreiche Urlaubsunterhaltung.
Doch auch für uns boten diese ersten Startversuche eine interessante Abwechslung. Manchmal durften wir auch den schnellen Ritt über die Wellen aus dem Motorboot miterleben, denn Momente wie diese kommen nie wieder zurück.
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Zu unserer Hotelanlage, direkt am Strand, gehörte auch eine Minigolfanlage. Zwischen Schwimmen und Sonnenbaden wurden hier mit unseren Urlaubsbekannten abwechslungsreiche Mini-Turniere bestritten.

Der schöne Strandweg, immer am Meer entlang, ist nicht nur für einen Spaziergang am Abend geeignet. Nur ein paar Schritte von unseren Liegestühlen entfernt war der Pavillon Mimosa.
Für ein Eis oder Cafe eine beliebte Anlaufstelle, zumal wir ihn in Badekleidung besuchen konnten.


Neben unseren Stranderlebnissen gehörte auch ein Altstadtbesuch von Herceg Novi zu unseren Urlaubsaktivitäten. Die kleine sehenswerte Altstadt liegt am Fuße des Berges Orijen und ist terrassenförmig an einem Hang gebaut. Obwohl die Fläche der Altstadt klein ist, mussten wir ständig Treppen steigen.
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So bummeln wir treppauf und treppab durch die kleinen Gassen des Ortes und kommen vorbei an der kleinen orthodoxen Kirche, die nach dem Erzengel Michael benannt ist.
Der Hauptplatz des Ortes ist auch das Zentrum der Stadt. Wir erreichen den Platz durch das westliche Tor und steigen die Treppe hinunter. Dann heißt es umdrehen, denn der Blick auf den Festungs-/Uhrenturm mit seiner ausladenden Treppe und den umliegenden Häusern ist fantastisch.

Der Uhrenturm stammt aus dem 17. Jahrhundert, als einige Teile Montenegros zum "Osmanischen Reich" gehörten. Auftraggeber war Sultan Mahmud. Das alte Stadttor ist so etwas wie das inoffizielle Wahrzeichen der Stadt.
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Wenn in der Altstadt die Temperaturen an die 30 Grad Celsius steigen sucht man schnell ein grünes Plätzchen und so gönnen wir uns in einer Parkanlage eine Pause.

Abwechslung fürs Auge bietet ein kleiner Brunnen. Wasser plätschert beruhigend von einem Stein ins Becken. Wir setzen uns auf dem gemauerten Rand und die ersten Seerosenblüten sind ein Hingucker im kleinen Brunnen.




Herceg Novi 7Oberhalb der Stadt führt uns ein steiler Aufstieg zu den Resten einer spanischen Festung. Nach hier kommen nur wenige, da sie weit vom Stadtzentrum entfernt in den Bergen liegt und wenig bekannt ist. Diese Steinmauern weckten jedoch unsere Neugier.

Das Fort Spaniola aus dem mittleren 15. Jahrhundert wurde während der zweijährigen spanischen Herrschaft 1539 erbaut, später von den Türken erobert und unter den Venezianern und Österreichern eine lange Zeit als Gefängnis genutzt. Das Zentrum der Festung besteht aus mehreren verfallenen Bauwerken, die von einer hohen Mauer und 4 Türmen umgeben sind. Dieses Fort wird langsam von der Natur zurückerobert und von den Touristen vergessen. Das einzig Positive in dieser Einsamkeit ist die schöne Aussicht von hier oben.

Einfach nur am Strand liegen das genügte uns nicht. Nachdem wir unseren Urlaubsort und die nähere Umgebung erkundet hatten, reizte uns ein Ausflugangebot, das uns eine Stadtbesichtigung sowie die Schönheiten der Natur versprach.

Herceg Novi 8Dubrovnik, ca. 50 km von unserem Urlaubsort entfernt, war der attraktive Ausflugsort. Die Perle der Adria ist ein wahres Schmuckstück. Die Altstadt, die etwa im 13. Jahrhundert entstand, ist mit einem mächtigen Maurerring umschlossen und liegt malerisch in der Bucht.

Durch das Piletor betreten wir die Altstadt. Hier führt ein Zugang auf die begehbare Altstadtmauer, die wir ein kleines Stück entlanggehen. Nach einem Blick auf den kleinen Stadthafen verlassen wir die Mauer und bummeln zum Hafen.
Zurück geht es entlang der breiten, schnurgeraden Hauptstraße Stradun – auch Placa genannt. Rechts und links dieser wohl bekanntesten Straße führen kleine enge Gassen durch den bezaubernden Altstadtbereich. Dubrovnik ist ein wahres Schmuckstück, das wir sicherlich noch einmal besuchen werden.


Doch gab es bei unserem Ausflug noch weitere Sehenswürdigkeiten. Während unserer Weiterfahrt machte unser Busfahrer einen Fotostopp oberhalb von Sveti Stefan, einer kleinen Adria-Insel. Einst ein kleines Fischerdorf wurde es in den 1950 und 1960 Jahren zu einer Hotelinsel umgebaut. Die Gassen, Dächer und Häuserfassaden haben jedoch ihren ursprünglichen Charakter bewahrt. Ein kurzer Damm verbindet die kleine Insel mit dem Festland, doch ist sie nicht für die Allgemeinheit zugänglich, sondern nur für Anwohner und Hotelgäste.

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Unsere weitere Busreise geht durch relativ dünn besiedeltes Gebirgsland. Während einiger Fotostopps in einsamer Bergwelt erleben wir unglaublich schöne Bilderbuchecken und sind begeistert von der Schönheit der Natur.

Herceg Novi 10Was gibt es im Urlaub Schöneres, als bei gutem Wetter einen Biergarten aufzusuchen.

Unsere Hotel-Grillbar war so ein gemütlicher Platz am Abend, doch oft bummelten wir auch mit unseren Urlaubsbekannten entlang eines wunderschön angelegten Spazierwegs am Meer entlang. Am Ende dieser gemütlichen Promenade lag das Hotel Tamaris. In der Außengastronomie mit Unterhaltungsmusik haben wir einige gemütliche Abende verbracht. Doch wurde es nie spät, denn ab 23 Uhr ist in Jugoslawien Sperrstunde, es gab keine Getränke mehr und wir mussten den Außenbereich verlassen.

Für einen ausgedehnteren Abend ging es in die Diskothek Grotte, denn in Innenräumen gab es keine Sperrstunde.

Nach 3 Wochen stehen wir wieder am Flugplatz, der Urlaub ist leider vorbei, Urlaubsbräune vergeht, unvergessliche Erlebnisse und Eindrücke bleiben ein Leben lang bestehen – doch der nächste Urlaub kommt bestimmt.

Nachsatz:

Am 15. April 1979 (2 Jahre nach unserem Aufenthalt) erschütterte ein Erdbeben die montenegrinische Küste. Es war das stärkste Beben in der Geschichte Jugoslawiens. Auch unser Urlaubsort Herceg Novi war stark betroffen. Das Beben zerstörte Wohnhäuser, Hotels, Krankenhäuser und historische Gebäude. Zwei Drittel der Bevölkerung der Küstenregion sollen ihr Zuhause verloren haben. Auch unser Hotel gab es danach nicht mehr.

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